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| Leseprobe | Der
Penis, das unbekannte Wesen
Dein Penis ist einer Deiner längsten Bekannten. Ihr seid euch körperlich nah und Du gibst ihm täglich die Hand. Trotzdem haben viele Männer ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Penis. Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn oder krumm. Die wenigsten sind völlig zufrieden mit seinem Aussehen. Und doch identifizieren sich viele mit ihm. Sie geben ihm Namen oder sprechen sogar mit ihm. Warum geben Männer ihrem Penis einen Namen? Weil sie den Namen von dem kennen möchten, der die ganzen Entscheidungen trifft. Aber Spaß beiseite. Dieses distanzierte Verhältnis führt dazu, dass man den Penis als Fremdkörper behandelt. Man spricht ihm einen eigenen Willen zu, der vor allem dann zu Tage tritt, wenn man es selbst ganz anders will. Dies kann oft zu peinlich empfundenen Momenten führen. So erigiert er zum Beispiel in der Sauna oder er tut es eben nicht, wenn man es eigentlich gern möchte – beim Liebesspiel. Die Angst, die man dadurch vor seinen Reaktionen entwickelt, führt letztendlich zu selbst erfüllenden Prophezeiungen und damit zu einer Kontrolle des Penis über einen selbst. Doch eigentlich sollte es genau umgekehrt sein. Du selbst willst die Kontrolle über Deinen Penis haben. Dafür ist es aber zunächst einmal notwendig, ihn so zu akzeptieren, wie er ist. Sieh ihn als Teil Deines Körpers und nicht als eigenständiges Wesen. Nimm ihn an, so wie er ist, und sei stolz auf ihn. Er ist einzigartig! Dann kannst Du auch lernen ihn zu kontrollieren, anstatt von ihm kontrolliert zu werden. Auch wenn er Dir zu klein oder zu krumm erscheint, ein Penis, der von Dir kontrolliert wird, ist für jede Frau befriedigender als ein objektiv „schönerer“ Penis, der seinen Herrn kontrolliert. Dies führt nämlich zu Ängsten die sich äußerst negativ auf das Liebesleben auswirken. Also Schluss damit. Du wirst in diesem Buch lernen, Dich mit Deinem Penis und seinen Reaktionen bekannt zu machen. Dies wird Dir einen sexuellen Energieschub verpassen. Wie hast Du ihn eigentlich näher kennen gelernt? Im Kindesalter war zuerst Weitpinkeln angesagt. Später in der Pubertät entdecktest Du den Penis neu, als Quelle der sexuellen Lust. Damals machte es Dir noch Spaß, Dich näher mit ihm zu beschäftigen. Doch das war wahrscheinlich die letzte Gelegenheit des intensiven Kontakts. Du hast experimentiert und geforscht und bist schließlich darauf gestoßen, wie er „funktioniert“. Dieses Wissen reichte Dir aus, und Du hast es über die Jahre kaum mehr verändert. Doch wer wirkliche Kontrolle erlangen möchte, dem reicht es nicht
zu wissen, wie etwas funktioniert. Vielleicht hast Du als Kind ein
Musikinstrument bekommen – eine Flöte oder eine Mundharmonika.
Ja, reinblasen bringt Töne hervor. Doch wenn Du das Instrument
wirklich beherrschen willst, dann musst Du lernen, es richtig zu benutzen – und üben.
Du bist unmusikalisch? Nun, mit dem Fahrrad oder einem Skateboard ist
es ähnlich. Jeder kann Fahrrad fahren. Doch es gibt Leute, für
die Fahrradfahren zur Leidenschaft wird und die mit dem Fahrrad die
tollsten Kunststücke vollführen. Die Fähigkeit, einfach
nur zu fahren, reicht ihnen nicht. So ist es mit vielen Sachen – auch
mit Deinem Penis. Viele Männer haben den Ansporn, ein besserer Liebhaber zu werden. Deshalb kaufen sie sich Bücher, die ihnen genau sagen, wie sie eine Frau befriedigen können. Sie lernen die richtigen Tasten auf dem Klavierkörper der Frau zu spielen. Das ist auf jeden Fall begrüßenswert. Doch das wichtigste Instrument, der Penis, wird meist vernachlässigt. So wichtig es ist, sich mit der Anatomie der Frau vertraut zu machen - ist es nicht mindestens ebenso wichtig, erst mal seinen eigenen Körper kennen zu lernen? Genau das lernst Du hier. Der Penis selbst ist kein Muskel, sonst wären die Fitness-Studios
sicher ausgebucht. Dort lernen die Männer den Körper aufzubauen.
Sie legen sich eine Menge „Dynamit“ zu – doch die „Zündschnur“ wird
vernachlässigt. Es gibt jedoch einen Muskel, der ganz wesentlich
für die Kontrolle des Penis ist. Ihn zu trainieren ist das Hauptziel!
Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein Fitness-Studio und
auch sonst keine Geräte – und nur wenige Minuten am Tag
genügen. 2. Leseprobe: Der Weg zur Meisterschaft
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